English–German parallel text
The Necklace
Der Schmuck
Guy de Maupassant
Opening the reader…
The girl was one of those pretty and charming young creatures who sometimes are born, as if by a slip of fate, into a family of clerks.
Das Mädchen war eines jener hübschen und bezaubernden jungen Geschöpfe, die manchmal, wie durch einen Fehler des Schicksals, in eine Familie von kleinen Beamten hineingeboren werden.
She had no dowry, no expectations, no way of being known, understood, loved, married by any rich and distinguished man; so she let herself be married to a little clerk of the Ministry of Public Instruction.
Sie hatte keine Mitgift, keine Erwartungen, keine Möglichkeit, von einem reichen und vornehmen Mann gekannt, verstanden, geliebt oder geheiratet zu werden; also ließ sie sich mit einem kleinen Beamten des Ministeriums für öffentlichen Unterricht verheiraten.
She dressed plainly because she could not dress well, but she was unhappy as if she had really fallen from a higher station; since with women there is neither caste nor rank, for beauty, grace and charm take the place of family and birth.
Sie kleidete sich einfach, weil sie sich nicht gut kleiden konnte, war aber so unglücklich, als wäre sie wirklich aus einem höheren Stand herabgefallen; denn bei Frauen gibt es weder Kaste noch Rang, da Schönheit, Anmut und Charme an die Stelle von Herkunft und Geburt treten.
Natural ingenuity, instinct for what is elegant, a supple mind are their sole hierarchy, and often make of women of the people the equals of the very greatest ladies.
Natürliche Findigkeit, Instinkt für das Elegante und ein geschmeidiger Geist sind ihre einzige Hierarchie und machen Frauen aus dem Volk oft den allergrößten Damen ebenbürtig.
Mathilde suffered ceaselessly, feeling herself born to enjoy all delicacies and all luxuries. She was distressed at the poverty of her dwelling, at the bareness of the walls, at the shabby chairs, the ugliness of the curtains.
Mathilde litt unaufhörlich, da sie sich dazu geboren fühlte, alle Feinheiten und allen Luxus zu genießen. Sie war betrübt über die Armut ihrer Wohnung, über die Kahlheit der Wände, die abgenutzten Stühle, die Hässlichkeit der Vorhänge.
All those things, of which another woman of her rank would never even have been conscious, tortured her and made her angry. The sight of the little Breton peasant who did her humble housework aroused in her despairing regrets and bewildering dreams.
All diese Dinge, die eine andere Frau ihres Standes nicht einmal bemerkt hätte, quälten sie und machten sie zornig. Der Anblick der kleinen bretonischen Bäuerin, die ihre bescheidene Hausarbeit verrichtete, weckte in ihr verzweifelte Reue und verwirrende Träume.
She thought of silent antechambers hung with Oriental tapestry, illumined by tall bronze candelabra, and of two great footmen in knee breeches who sleep in the big armchairs, made drowsy by the oppressive heat of the stove.
Sie dachte an stille Vorzimmer, die mit orientalischen Wandteppichen behangen und von hohen Bronzekandelabern erleuchtet waren, und an zwei große Diener in Kniebundhosen, die in den großen Sesseln schliefen, schläfrig gemacht von der drückenden Hitze des Ofens.
She thought of long reception halls hung with ancient silk, of the dainty cabinets containing priceless curiosities and of the little coquettish perfumed reception rooms made for chatting at five o’clock with intimate friends, with men famous and sought after, whom all women envy and whose attention they all desire.
Sie dachte an lange Empfangssäle, die mit antikem Seidenstoff bespannt waren, an die zierlichen Kabinette mit unbezahlbaren Kuriositäten und an die kleinen, koketten, parfümierten Empfangszimmer, die dazu geschaffen waren, um fünf Uhr mit intimen Freunden zu plaudern, mit Männern, die berühmt und begehrt waren, um die alle Frauen beneiden und deren Aufmerksamkeit sie alle begehren.
When she sat down to dinner, before the round table covered with a tablecloth in use three days, opposite her husband, who uncovered the soup tureen and declared with a delighted air, “Ah, the good soup!
Wenn sie sich zum Abendessen an den runden Tisch setzte, der mit einer seit drei Tagen benutzten Tischdecke bedeckt war, gegenüber ihrem Mann, der die Suppenterrine aufdeckte und mit entzückter Miene erklärte: „Ah, die gute Suppe!
I don’t know anything better than that,” she thought of dainty dinners, of shining silverware, of tapestry that peopled the walls with ancient personages and with strange birds flying in the midst of a fairy forest; and she thought of delicious dishes served on marvellous plates and of the whispered gallantries to which you listen with a sphinxlike smile while you are eating the pink meat of a trout or the wings of a quail.
Ich kenne nichts Besseres als das“, dachte sie an feine Abendessen, an glänzendes Silberbesteck, an Wandteppiche, die die Wände mit antiken Persönlichkeiten und seltsamen Vögeln bevölkerten, die inmitten eines Märchenwaldes flogen; und sie dachte an köstliche Gerichte, die auf wunderbaren Tellern serviert wurden, und an die geflüsterten Galanterien, denen man mit einem sphinxartigen Lächeln lauscht, während man das rosa Fleisch einer Forelle oder die Flügel einer Wachtel isst.
She had no gowns, no jewels, nothing. And she loved nothing but that. She felt made for that. She would have liked so much to please, to be envied, to be charming, to be sought after.
Sie hatte keine Kleider, keinen Schmuck, nichts. Und sie liebte nichts anderes als das. Sie fühlte sich dafür geschaffen. Sie hätte so gerne gefallen, beneidet, bezaubernd und begehrt werden wollen.
She had a friend, a former schoolmate at the convent, who was rich, and whom she did not like to go to see any more because she felt so sad when she came home.
Sie hatte eine Freundin, eine ehemalige Schulkameradin aus dem Kloster, die reich war und die sie nicht mehr gerne besuchte, weil sie sich so traurig fühlte, wenn sie nach Hause kam.
The full story continues in the reader. Want your own book like this? Make a parallel text from any book.