Paralleltext Englisch–Deutsch
An Offer
Ein Angebot
DuoText
Eine Originalgeschichte auf Englisch aus The Night Bakery · Die Nachtbäckerei · Folge 26, mit Deutsch daneben, Absatz für Absatz. Lies sie online oder lade sie als zweisprachiges E-Book herunter.
Der Reader wird geöffnet…
“Michael’s?” Jess said. She looked at the roll on the plate, then at her grandfather. Her voice was suddenly sharp. “What do you mean, Michael’s? Grandad, he’s been gone for fifteen years. Ana made those rolls. You just said so yourself.”
„Michaels?“, sagte Jess. Sie schaute auf das Brötchen auf dem Teller, dann auf ihren Großvater. Ihre Stimme war plötzlich scharf. „Was meinst du mit Michaels? Opa, er ist seit fünfzehn Jahren weg. Ana hat diese Brötchen gemacht. Das hast du doch gerade selbst gesagt.“
Walter didn’t answer her. He was still looking at Ana. Ana stood by the sink with a wet box in her hands and did not move. She knew that if she opened her mouth, the truth would come out. So she kept it closed, and it was the hardest thing she had ever done. The clock on the wall seemed very loud.
Walter antwortete ihr nicht. Er schaute immer noch Ana an. Ana stand mit einer nassen Kiste in den Händen am Spülbecken und bewegte sich nicht. Sie wusste, wenn sie den Mund aufmachte, würde die Wahrheit herauskommen. Also hielt sie ihn geschlossen, und es war das Schwerste, was sie je getan hatte. Die Uhr an der Wand schien sehr laut.
Then something in Walter’s face closed, slowly, like a heavy door. He looked down at the roll. “No,” he said. “No, that’s impossible. Of course it is.” He pushed the plate away with his good hand. “You bake like him, that’s all. You learned from me, and he learned from me. Some hands remember the same things. That’s all it is.”
Dann schloss sich etwas in Walters Gesicht, langsam, wie eine schwere Tür. Er schaute auf das Brötchen. „Nein“, sagte er. „Nein, das ist unmöglich. Natürlich ist es das.“ Er schob den Teller mit seiner gesunden Hand weg. „Du backst wie er, das ist alles. Du hast von mir gelernt, und er hat von mir gelernt. Manche Hände erinnern sich an dieselben Dinge. Das ist alles.“
He said it firmly, as if he was telling it to himself more than to them. Jess looked at Ana with a question in her eyes, but Ana only shook her head. Jess shrugged and went upstairs to study. Ana understood that Walter had chosen not to know. She did not know whether to feel relieved or even more ashamed.
Er sagte es mit fester Stimme, als würde er es mehr sich selbst sagen als ihnen. Jess schaute Ana mit einer Frage in den Augen an, aber Ana schüttelte nur den Kopf. Jess zuckte mit den Schultern und ging nach oben, um zu lernen. Ana verstand, dass Walter sich entschieden hatte, es nicht zu wissen. Sie wusste nicht, ob sie erleichtert sein oder sich noch mehr schämen sollte.
That evening, Walter did not go to bed early. When Ana came down to make tea at nine, he was still sitting in his chair in the kitchen with the lights off and the radio on very low. She turned on the small light over the table. He did not tell her to turn it off. Instead he pointed at the other chair.
An diesem Abend ging Walter nicht früh ins Bett. Als Ana um neun herunterkam, um Tee zu machen, saß er immer noch in seinem Stuhl in der Küche, das Licht aus und das Radio ganz leise. Sie machte das kleine Licht über dem Tisch an. Er sagte nicht, dass sie es ausmachen sollte. Stattdessen zeigte er auf den anderen Stuhl.
“Sit down,” he said. “I want to tell you something. About my son.” Ana sat down slowly. She held her cup with both hands so that he could not see them shake.
„Setz dich“, sagte er. „Ich will dir etwas erzählen. Über meinen Sohn.“ Ana setzte sich langsam hin. Sie hielt ihre Tasse mit beiden Händen, damit er nicht sehen konnte, dass sie zitterten.
“He was a terrible child,” Walter began, and almost smiled. “Too clever, too loud, always asking why. When he was seven, he wanted to bake. So Mary put a chair by that table, and he stood on it every morning before school. He made rolls that looked like stones and tasted like stones. He was so proud of them. We ate every one.”
„Er war ein schreckliches Kind“, begann Walter und lächelte fast. „Zu klug, zu laut, er fragte immer warum. Als er sieben war, wollte er backen. Also stellte Mary einen Stuhl an diesen Tisch, und er stand jeden Morgen vor der Schule darauf. Er machte Brötchen, die wie Steine aussahen und wie Steine schmeckten. Er war so stolz darauf. Wir haben jedes einzelne gegessen.“
“Mary taught him to fold the paper bags. A good baker never wastes a bag, she said. After that he folded every bag in the shop, all day, whether we needed it or not. Customers used to find little paper squares in their shopping for weeks.” Walter looked at the drawer under the table. “He was the only one who ever listened to her properly.”
„Mary hat ihm beigebracht, die Papiertüten zu falten. Ein guter Bäcker verschwendet keine Tüte, hat sie gesagt. Danach hat er jede Tüte im Laden gefaltet, den ganzen Tag, ob wir sie brauchten oder nicht. Die Kunden haben wochenlang kleine Papiervierecke in ihren Einkäufen gefunden.“ Walter schaute auf die Schublade unter dem Tisch. „Er war der Einzige, der ihr je richtig zugehört hat.“
He told her more. How Michael had refused to go to university because he wanted to bake. How father and son had argued about everything, the oven, the prices, the radio station. How they had worked side by side for ten years and hardly ever said a kind word to each other. How Michael used to sing to baby Jess in the kitchen at four in the morning, the same slow song that Mary had sung over the mixer.
Er erzählte ihr mehr. Wie Michael sich geweigert hatte, an die Universität zu gehen, weil er backen wollte. Wie Vater und Sohn über alles gestritten hatten, den Ofen, die Preise, den Radiosender. Wie sie zehn Jahre lang Seite an Seite gearbeitet und sich kaum je ein freundliches Wort gesagt hatten. Wie Michael um vier Uhr morgens in der Küche dem Baby Jess vorgesungen hatte, dasselbe langsame Lied, das Mary über der Rührmaschine gesungen hatte.
Kostenloses E-Book für Kindle, Kobo und andere E-Reader. Lade diesen Paralleltext mit einem kostenlosen Konto als EPUB herunter, oder als AZW3 und MOBI für einen Kindle per USB. Keine Zahlung. So kommt es auf deinen E-Reader
Die ganze Geschichte geht im Reader weiter. Du willst ein eigenes Buch wie dieses? Mach aus jedem Buch einen Paralleltext.
Dieselbe Geschichte auf Deutsch mit Englisch · Griechisch mit Englisch · Englisch mit Griechisch · Englisch mit Spanisch · Englisch mit Französisch · Englisch mit Hindi · Englisch mit Indonesisch · Englisch mit Italienisch · Englisch mit Japanisch · Englisch mit Koreanisch · Englisch mit Niederländisch · Englisch mit Polnisch · Englisch mit Portugiesisch · Englisch mit Rumänisch · Englisch mit Türkisch · Englisch mit Vietnamesisch · Englisch mit Chinesisch · Spanisch mit Englisch · Französisch mit Englisch · Hindi mit Englisch · Indonesisch mit Englisch · Italienisch mit Englisch · Japanisch mit Englisch · Koreanisch mit Englisch · Niederländisch mit Englisch · Polnisch mit Englisch · Portugiesisch mit Englisch · Rumänisch mit Englisch · Türkisch mit Englisch · Vietnamesisch mit Englisch · Chinesisch mit Englisch · allen Sprachen